Deine derzeitige Situation 

  • ist zum einen eine Schutzmaßnahme, die Dich gerade sehr einschränkt, aber dazu dient eine weitere Verbreitung der Krankheit Corona zu verhindern und 
  • ist aber auch eine Belastung, weil Du Dich nicht mehr mit Freunden, Großeltern, … direkt treffen kannst und vieles was Dir Spaß macht nicht möglich ist. Zudem kann es sein, dass bei Dir zuhause eine angespannte Situation ist. 

Was fühlst und denkst Du? Bist Du wütend, traurig oder fahren Deine Gedanken Achterbahn? Hast Du das Gefühl Dich ablenken zu müssen? Hast Du Angst oder bist Du zuversichtlich? 

Magst Du eher über die Corona Krise reden oder willst Du lieber für Dich sein? Ist Dir eher nach Sport oder willst Du im Bett liegen und Musik hören? 

Es gibt keine Vorschriften für das, was Du jetzt fühlst und wie Du mit der Situation umgehen möchtest. Diese Reaktionen sind alle normal - auch die Auf und Abs. 

Du weißt am Besten, was jetzt für Dich dran ist.

Tipps für den Alltag

Dein normaler Tagesablauf mit Schule, Treffen mit Freunden, Sportverein, Jugendgruppen,… fehlt. 

  • Versuche gerade jetzt Dir einen Wochenplan zu erstellen. Schreibe alles auf, was Du dir für die Woche vornimmst und verteile es sinnvoll und machbar: Lernen, Lesen, Social Meetings mit Freunden, Fernsehzeiten, Sportprogramme, Ausrümpel Aktionen …
  • Tu bewusst Anderen etwas Gutes: Kuchen für die Familie backen, einkaufen für Menschen die zur Risikogruppe gehören oder sich in Quarantäne befinden, Parcours für jüngere Geschwister durchs ganze Haus bauen …
  • Bleib unbedingt mit deinen Freunden und Verwandten über soziale Medien in Kontakt. Probiert doch mal die “Houseparty“ App oder Snapchat aus. Um geistig aktiv zu bleiben ist Quizzduell eine sinnvolle Lösung. 
  • Bleib körperlich aktiv. Verbringe auch Zeit an der frischen Luft. Das aktiviert Glückshormone. 
  • Halte unbedingt vorbeugende Hygienemaßnahmen ein.

 

Die vielen, oft auch unterschiedlichen, Informationen über die aktuelle Corona-Situation überfordern. 

  • Minimiere deinen Zugang zu aktuellen Informationen über Corona, damit du nicht ständig mit negativen Nachrichten überschüttet wirst - 2mal am Tag die aktuelle Situation zu verfolgen reicht. Positive Gedanken und Einstellungen helfen durch schwierigen Situtionen zu kommen. 
  • Versuche Dich bewusst auch abzulenken. Lese nicht jeden Artikel, den Du zugeschickt bekommst oder im Internet findest. Eine Dauerbeschäftigung mit dem Thema Corona kann zu Unkonzentriertheit und unruhigem Schlaf führen. Konzentriere Dich auf seriöse Internetseiten, damit Du nicht noch mehr verunsichert wirst. Es sind viele Falschinformationen zum Thema Corona unterwegs. 
  • Verlässliche Quellen: 
  • www.rki.de
  • Webseite eines Jugendlichen, der Fakten zusammenfasst: www.ncov2019.live

 

Sorgen um die eigene Gesundheit und die Gesundheit von Familienangehörigen und Freunden oder um Geld können Gefühle von Verunsicherung, von Angst, von Hilflosigkeit, Trauer und Wut hervorrufen. 

  • Jeder reagiert in dieser Situation anders. Dabei gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Diese Empfindungen und Reaktionen sind in dieser Ausnahmesituation völlig normal. Daher ist es wichtig, achtsam mit Dir selbst und deinem sozialen Umfeld umzugehen. Tu Dir jeden Tag etwas Gutes. 
  • Akzeptiere Deine Gefühle und verstelle dich nicht. 
  • Probiere Entspannungsübungen aus, wenn Du Dich angespannt fühlst. Im Internet gibt es viele Hinweise,  Angebote und Anregungen dazu.
  • Esse gesund und regelmäßig. Verzichte auf Alkohol und Drogen.
  • Versuche positiv zu denken und orientiere Dich an Werten, die Dir Halt geben (z.B. Familie, Freunde, Glaube).

 

Hole Dir Hilfe und Unterstützung, wenn Du Dich auf Dauer niedergeschlagen fühlst und denkst Du kommst nicht mehr zurecht. 

  • Suche Dir eine Person der Du vertraust und sprich mit Ihr darüber oder rufe bei der „Nummer gegen Kummer“ (Tel. 0800/ 111 0 333) an.
Quarantäne
  Kommuniziere über Soziale Medien
 Halte dich an die Regeln während der Quarantäne
 

Entschuldige und verstecke dich nicht für deine Gefühle - sie sind normal

 Versuche dich von einer möglichen Ansteckung

Abzulenken - denke positiv und lese nicht ständig alles über Corona

 Gestalte deinen

Tagesablauf im Voraus - mach dir einen Plan

 Treibe

Indoor Sport

 

Versuch mal was Neues - sei Kreativ!

 

Wenn eine dir nahestehende Person jetzt im Krankenhaus ist

Wenn jemand der dir nahe ist ins Krankenhaus eingeliefert wird, ist das allein bereits eine belastende Situation. 

Durch die Corona Krise kommt nun das Problem hinzu, dass du niemanden im Krankenhaus besuchen darfst. 

Akzeptiere diese Situation und versuche kreativ Nähe und Verbundenheit mit dieser Person herzustellen. 

Wenn die dir nahestehende Person bei Bewusstsein ist, hilft dein Handy. Regelmäßige Verabredungen und Besprechungen am Telefon schaffen Sicherheit auf beiden Seiten und nehmen die Angst nicht zu wissen, wie es dem Anderen geht. Schickt euch regelmäßig Bilder und telefoniert über Video Chat. 

Wenn zuvor noch die Zeit dafür ist, dann empfiehlt es sich dem Anderen etwas Zeichenhaftes mit ins Krankenhaus zu geben, das eure Verbundenheit symbolisiert (z.B. wichtige Erinnerungsdinge oder Dinge von denen fortan jeder einen Teil bei sich hat. So etwas kann auch schnell erschaffen werden (falls Zeit vorhanden): nehmt ein Blatt, jeder malt ein Symbol darauf und gibt es dem anderen, und wenn es nur ein kleiner Strich ist, er wird euch Trost spenden. Oder zerreißt ein Blütenblatt - davon nimmt jeder einen Teil zu sich).  

Wenn die nahestehende Person nicht bei Bewusstsein ist, können Mitgaben für das Krankenhaus helfen (sofern möglich), die eine innere Verbundenheit herstellen. Hierfür eignet sich etwas, das beiden wichtig ist, das an etwas Gemeinsames erinnert oder vielleicht auch etwas, das sich teilen lässt, sodass jeder ein Teil für die Zeit im Krankenhaus bei sich hat.

Auch immaterielle Dinge wie das gemeinsame Lieblingslied oder Gebete können helfen. 

 

Zwischen Tod und Beerdigung

Wenn jemand stirbt, den Du kanntest oder der Dir nahe war, kann das die unterschiedlichsten Reaktionen in Dir hervorrufen. Du befindest Dich in einer emotionalen Ausnahmesituation. Es ist jemand gestorben und du sitzt in den eigenen vier Wänden fest. Akzeptiere was Du fühlst und lass die Gefühle zu: Deine Stimmung kann eine Zeit lang niedergeschlagen sein, aber deine Stimmung kann auch Achterbahn fahren. Beides ist vollkommen normal. 

Überlege Dir wie du von dem Verstorbenen Abschied nehmen kannst, auch wenn Du eventuell nicht zur Beerdigung gehen kannst. 

  • Gibt es etwas was dich und den Verstorbenen verbindet? Vielleicht ein Sache, ein Ereignis, ein anderer Mensch oder bestimmte Musik? Etwas was du in dein  Gedächtnis rufen kannst, eventuell mit Hilfe von Gesprächen mit anderen Menschen, mit Hilfe von Bildern, Dingen oder Musik? Nimm Dir bewusst immer wieder Zeit an Deinen Verstorbenen zu denken und ihm/ihr nahe zu sein, wenn Dir danach ist. 
  • Möchtest Du ihm/ihr gern noch was schreiben? Vielleicht ist etwas unausgesprochen. Schreibe einen Brief und verbrenne ihn. Sein Rauch wird in den Himmel steigen. 

Vertraue Dich einem Freund/ einer Freundin an von dem Du weißt, dass er/sie Dir zuhört und Dich nicht verurteilt. Das kann ein Erwachsener aber auch ein Jugendlicher sein. Wenn Du eine/n Lehrer/in hast mit dem Du gerne reden willst, stellt das Sekretariat deiner Schule sicher eine Verbindung zu ihr/ihm her. 

Wenn Dir zunächst keiner einfällt oder Du mit niemanden reden möchtest den Du kennst, kannst du Dich auch ans Jugendtelefon wenden: 0800 - 111 0 333.

Trauernde Jugendliche in Zeiten von COVID-19

Ich brauche jetzt Hilfe

Jugend-Sorgentelefon: 0800 - 111 0 333

Gebet

Guter Gott,
ich verstehe die Welt nicht mehr.
Alles ist durcheinander: Mein Tagesablauf, meine Beziehungen, meine Gefühle.
Manchmal denke ich, ich verliere den Halt unter den Füßen.
Ich mache mir große Sorgen und fühle mich allein.

Aber ich weiß: Du bist auch in dieser Zeit für mich da.
Und ich weiß: Viele Menschen setzen sich gerade besonders für unsere Gesellschaft ein.

Ich bitte dich:
Begleite alle Einsatzkräfte und alle Menschen, die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen arbeiten.
Führe unsere Politiker und diejenigen, die wichtige Entscheidungen treffen müssen.
Stärke unsere Kranken und Sterbenden Menschen.
Tröste alle einsame Menschen und alle Trauernden.

Ich will auf dich vertrauen und deine Liebe weitertragen.
Schenke mir Mut und Zuversicht, damit ich voll Hoffnung in die Zukunft gehen kann.
Amen.

 

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